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Die 10 bedeutendsten antiken Ruinen in Simbabwe

Das südliche Afrika besitzt eine präkoloniale Stadtbaukultur, die außerhalb des Kontinents kaum bekannt ist. Im heutigen Simbabwe entstanden zwischen dem 11. und 17. Jahrhundert n. Chr. Steinenklaven — zimbabwe auf Shona bedeutet Stein­haus oder ehrwürdiges Haus — die als Residenzen, Handelszentren und Ritualorte dienten. Erbaut ohne Mörtel aus sorgfältig geschichteten Granitsteinen, zeugen diese Strukturen von einem hochentwickelten Handwerk und einer organisierten Gesellschaft. Great Zimbabwe, das bedeutendste dieser Ensembles, war das Zentrum eines weitreichenden Handelsreichs, dessen Verbindungen bis zum indischen Ozean und nach Asien reichten. Elfenbein, Gold und Kupfer wurden hier gegen chinesisches Porzellan, persische Glasperlen und arabische Textilien getauscht.

1. Great Zimbabwe, Masvingo-Provinz

Great Zimbabwe ist das namensgebende Monument des gesamten Landes und die größte präkoloniale Steinstruktur südlich der Sahara. Erbaut zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert n. Chr. von der Voroku-Kultur, die dem Shona-Volk vorausging, war die Stätte auf ihrem Höhepunkt um 1350 n. Chr. von schätzungsweise 18.000 Menschen bewohnt. Das sogenannte Große Gehege (Great Enclosure) hat Mauern von bis zu 11 Metern Höhe und 5 Metern Dicke, errichtet aus Granitplatten ohne Mörtel. Der konische Turm im Inneren des Geheses, dessen Funktion bis heute nicht vollständig gedeutet ist, gehört zu den rätselhaftesten Strukturen Afrikas. UNESCO-Welterbe seit 1986.

2. Khami, Matabeleland

Khami liegt westlich von Bulawayo und war nach dem Verfall von Great Zimbabwe ab dem 15. Jahrhundert die Hauptresidenz der Torwa-Dynastie. Die Anlage unterscheidet sich architektonisch von Great Zimbabwe durch ihre Terrassenplattformen: Auf Granit-Stufenanlagen wurde Wohnraum errichtet, wobei dekorative Schachbrett- und Fischgrätmuster in die Mauerwerke eingearbeitet sind, die den handwerklichen Höhepunkt der späten Zimbabwe-Architektur markieren. Portugiesische Handelswaren im archäologischen Befund belegen Kontakte mit den Swahili-Handelsnetzwerken des indischen Ozeans. UNESCO-Welterbe seit 1986. Gut erreichbar von Bulawayo.

3. Naletale, Midlands-Provinz

Naletale ist eines der dekorativsten Zimbabwe-Bauwerke und entstand im frühen 17. Jahrhundert n. Chr. unter der Rozvi-Mutapa-Herrschaft. Die Außenmauern zeigen eine reiche Bandverzierung aus übereinander­geschichteten Granitreihen in verschiedenen geometrischen Mustern: Schachbrett, Wellenlinie, Zickzack und Fischgräte wechseln sich in horizontalen Streifen ab — eine Komposition, die an gestrickte Textilmuster erinnert und in keiner anderen Zimbabwe-Stätte in dieser Dichte vorkommt. Die Höhenlage bietet außerdem eine weite Aussicht über die Highveld-Landschaft. Naletale liegt in der Nähe von Gweru und ist über Feldwege erreichbar.

4. Danangombe (Dhlo-Dhlo), Midlands-Provinz

Danangombe, auch als Dhlo-Dhlo bekannt, war eine weitere wichtige Residenz der Rozvi-Mutapa im 17. und frühen 18. Jahrhundert und gilt zusammen mit Naletale als Teil desselben Herrschaftszentrums. Die Ruinen bestehen aus mehreren konzentrischen Steingehegen auf einem Granitrücken. Niederländische Fayencescherben und chinesische Porzellanfunde aus dem 17. Jahrhundert belegen, dass die Handelsverbindungen zum Indischen Ozean bis kurz vor dem Zusammenbruch der Rozvi-Herrschaft durch die Ndebele-Expansion im frühen 19. Jahrhundert andauerten. Die Stätte ist wenig besucht und erfordert Eigeninitiative bei der Anreise.

5. Ziwa, Manicaland-Provinz

Ziwa im östlichen Simbabwe umfasst eine Gruppe von Zimbabwe-Ruinen, die in die früheren Phasen dieser Baukultur datieren und damit Hinweise auf regionale Frühentwicklungen liefern. Die Anlage ist weniger monumental als Great Zimbabwe oder Khami, bietet aber durch ihre Einbettung in die Gebirgslandschaft des östlichen Hochlandes eine markante natürliche Kulisse. Felszeichnungen in der Umgebung belegen eine noch ältere menschliche Präsenz. Die Stätte ist ein eingetragenes Nationaldenkmal und Teil der Kategorie 'Zimbabwe Ruins'.

6. Ruins of Dhaka Hill, Matabeleland Nord

Die Ruinen auf dem Dhaka Hill nahe Lupane sind ein Beispiel für die nördliche Verbreitung der Zimbabwe-Architektur und wurden von frühen Shona-Gruppen errichtet. Obwohl weniger ausgegraben als die großen Stätten, verdeutlichen sie die geographische Reichweite dieser Bautradition und ihre Anpassung an lokale Geländebedingungen. Kleine Steingehege auf Felskuppen waren verbreitet als Herrscherresidenzen der lokalen Chefs.

7. Mapungubwe-Hügel (transnational, Grenzbereich Simbabwe/Südafrika)

Mapungubwe liegt heute hauptsächlich auf südafrikanischem Staatsgebiet, doch das Handelsnetz dieser Zivilisation des 11. bis 13. Jahrhunderts n. Chr. erstreckte sich weit in das heutige Simbabwe. Mapungubwe war das erste Königreich im südlichen Afrika, das eindeutige soziale Hierarchie durch die Trennung des Herrscherhauses auf einem Tafelberg von der Bevölkerung im Tal zeigte. Das goldene Nashorn von Mapungubwe — eine aus Goldblech getriebene Tierskulptur — ist eines der bedeutendsten Artefakte der frühen südafrikanischen Geschichte. UNESCO-Welterbe (auf südafrikanischer Seite) seit 2003.

8. Khami River-Stätten, Matabeleland

Entlang des Khami-Flusses im Umfeld der Khami-Ruinen existieren mehrere kleinere Steinstruktur-Komplexe, die Satellitensiedlungen der Torwa-Hauptresidenz bildeten. Die räumliche Organisation dieser Siedlungscluster — Hauptresidenz auf einem erhöhten Punkt, kleinere Gehege verteilt um sie herum — folgt einem Muster, das für Zimbabwe-Kulturen charakteristisch ist und auf klar geregelte soziale Hierarchien hindeutet. Einige dieser Strukturen sind im Rahmen geführter Touren von der Khami-Hauptstätte aus erreichbar.

9. Matendere, Mashonaland West

Matendere liegt in der Nähe des Kariba-Stausees und ist eine vergleichsweise wenig dokumentierte Zimbabwe-Stätte, die aber wichtige regionale Verbindungen zur Mutapa-Herrschaft des 15. und 16. Jahrhunderts illustriert. Die Nähe zum Sambesi-Tal und dem damit verbundenen Handelsweg nach Osten unterstreicht die strategische Lage. Ausgrabungsfunde zeigen Importwaren, die auf aktive Einbindung in Fernhandelsnetzwerke hindeuten.

10. Regina Ruins, Masvingo-Provinz

Die Regina Ruins liegen in der südlichen Provinz Masvingo, nicht weit von Great Zimbabwe, und sind ein Beispiel für die mittlere Ebene der Zimbabwe-Steinhäuser — weder so groß wie das Nationalmonument, aber deutlich aufwendiger als einfache Dorfgehege. Sie wurden von regionalen Chefs errichtet und dienten als Residenz, Ritualort und Symbol politischer Autorität. Das Umfeld aus Granit­koppjes und Savanne ist für diese Art von Besuch typisch und gibt einen unverfälschten Eindruck von der Landschaft, in der diese Kultur entstand.


Simbabwe ist für Archäologieinteressierte ein lohnendes, wenig überlaufenes Reiseziel. Die wichtigsten Stätten — Great Zimbabwe, Khami, Naletale und Danangombe — sind über das nationale Denkmalbehörden-Netz (National Museums and Monuments of Zimbabwe) zugänglich. Mietwagen empfiehlt sich für alle abseits der Hauptstraßen gelegenen Stätten. Die beste Reisezeit ist der trockene Winterhalbjahr von Mai bis Oktober. Erkunden Sie alle kartierten Standorte auf der interaktiven Karte: Karte öffnen.