← Zurück zum Blog

Die 10 bedeutendsten antiken Ruinen in Schweden

Schweden verfügt über eine archäologische Landschaft von ungewöhnlicher Bandbreite: Bronzezeitliche Felsritzungen an der Küste Bohusläns, eisenzeitliche Königshügel in der Nähe von Uppsala, wikingerzeitliche Handelsstädte auf Inseln in See und Ostsee, mittelalterliche Stadtmauern auf Gotland. Die skandinavische Halbinsel war nie römisch besetzt, was die einheimischen Kulturen in eigenen Bahnen gedeihen ließ; die materiellen Hinterlassenschaften — von Runenstein-Ensembles bis zum dicht bebauten Grabfeld — sind entsprechend eigenständig und eindrucksvoll.

1. Birka, Mälarsee

Birka auf der Insel Björkö ist der früheste Stadtgrundriss Skandinaviens und war von rund 750 bis 975 n. Chr. eines der bedeutendsten Handelszentren der Wikingerzeit. Kaufleute aus dem Frankenreich, dem arabischen Raum und Osteuropa tauschten hier Pelze, Sklaven, Silber und orientalische Seidenstoffe. Ausgrabungen förderten über 1100 Grabhügel zutage, darunter das kürzlich neu interpretierte Grab Bj 581, in dem eine Person mit vollständiger Kriegerausstattung bestattet war. Birka und Hovgården sind seit 1993 UNESCO-Welterbe; die Insel ist per Fähre von Stockholm erreichbar.

2. Gamla Uppsala

Die drei mächtigen Königshügel von Gamla Uppsala nördlich von Uppsala datieren ins 5. und 6. Jahrhundert n. Chr. und galten als Gräber der legendären Könige Aun, Egil und Adils aus dem Ynglingen-Geschlecht. Das gesamte Ensemble umfasst Hunderte weiterer Grabhügel und war nach der Berichterstattung des Adam von Bremen bis ins 11. Jahrhundert ein zentrales heidnisches Heiligtum mit einem berühmten Tempel und Kultopfern. Ausgrabungen haben reiche Grabbeigaben erbracht; das Museum Gamla Uppsala erklärt die Stätte mit hervorragenden Rekonstruktionen. Der Besuch ist ganzjährig kostenlos möglich.

3. Eketorp, Öland

Die ringförmige Eisenzeit-Steinburg Eketorp im Süden der Insel Öland gehört zu einer Gruppe ähnlicher Anlagen auf der Insel und ist die einzige vollständig ausgegrabene. In drei Bauphasen genutzt — um 300–700 n. Chr., dann erneut im Mittelalter — beherbergte sie ein Dorf, das sich hinter einem kreisrunden Steinring schützte. Die rekonstruierte Burg mit Innengebäuden, lebenden Tieren und Vorführungen handwerklicher Techniken macht Geschichte anschaulich erlebbar. Öland gehört seit 2000 zum UNESCO-Welterbe; die Fähre von Kalmar überquert die Alvarlandschaft in wenigen Minuten.

4. Ales Stenar, Schonen

Ales Stenar bei Kåseberga an der Südküste Schwedens ist das größte erhaltene Schiffssetzung Skandinaviens: Rund 59 Steine in Schiffsform, zusammen 67 Meter lang, wurden um das 7. oder frühe 8. Jahrhundert n. Chr. auf einem Küstenhügel errichtet, der einen weiten Blick über die Ostsee bietet. Die Funktion — Grabdenkmal, Kultanlage oder Kalender — ist nach wie vor diskutiert; menschliche Knochenfunde deuten auf eine Bestattungsfunktion hin. Das Monument liegt frei in der Landschaft und ist zu jeder Jahreszeit und Tageszeit zugänglich — die Sonnenauf- und -untergänge zur Sonnenwende sind besonders spektakulär.

5. Stadtmauern von Visby, Gotland

Die mittelalterliche Stadtbefestigung Visbys auf Gotland, entstanden im 12. bis 14. Jahrhundert, ist eine der besterhaltenen Stadtmauern Nordeuropas und seit 1995 UNESCO-Welterbe. Die rund 3,6 Kilometer lange Ringmauer mit ihren 27 Türmen umschließt eine Handelsstadt, die im Hochmittelalter zu den reichsten der Ostsee gehörte. Im Innern stehen die Ruinen von mehr als einem Dutzend mittelalterlicher Kirchen, die nach dem Niedergang des Hansehandels aufgegeben wurden und ungeplant zu Denkmälern von stiller Schönheit geworden sind. Visby ist per Fähre oder Flugzeug von Stockholm erreichbar.

6. Tanum-Felszeichnungen, Bohuslän

Die Felsritzungen von Tanum an der Westküste Schwedens, entstanden hauptsächlich in der Bronzezeit zwischen 1800 und 500 v. Chr., gehören seit 1994 zum UNESCO-Welterbe. Auf den eiszeitlich geschliffenen Granitflächen sind Schiffe, Kämpfer, Pflügende, Tiere und abstrakte Zeichen eingeritzt — insgesamt Tausende von Motiven auf über 600 bekannten Flächen. Besonders berühmt ist das Litsleby-Schiff mit seiner lebensgroßen Männerfigur. Die Stätten sind das ganze Jahr zugänglich; in der Hauptsaison bieten Führer Erklärungen auf Deutsch an.

7. Anundshögen, Västmanland

Anundshögen bei Västerås ist der größte Königshügel Schwedens mit einem Basisdurchmesser von rund 60 Metern und einer Höhe von etwa 8 Metern; die Datierung liegt im 6./7. Jahrhundert n. Chr. Das Umfeld enthält mehrere weitere Grabhügel, Runensteine und eine große Schiffssetzung, was das Ensemble zu einem der bedeutendsten Kultlandschaften der Vendel-Zeit macht. Der zugehörige Runenstein trägt eine der frühesten Inschriften mit dem Namen 'Anund'. Die Stätte liegt in einer Parklandschaft und ist täglich zugänglich.

8. Hovgården, Adelsö

Hovgården auf der Insel Adelsö im Mälarsee bildete zusammen mit Birka einen funktionalen Komplex: Während Birka Handelsstadt war, fungierte Hovgården als Königsresidenz und Kultplatz. Die Grabhügel des 9.–10. Jahrhunderts, die Ruinen des mittelalterlichen Königshofs und ein rundes Tingfeld belegen eine vielfältige Nutzung über mehrere Jahrhunderte. Als Teil des UNESCO-Welterbes Birka und Hovgården ist die Insel per Fähre zugänglich; ein Informationszentrum erklärt die Zusammenhänge beider Stätten.

9. Helgö, Mälarsee

Die Insel Helgö im Mälarsee war von etwa 200 bis 800 n. Chr. ein bedeutendes Handels- und Produktionszentrum, das Birka möglicherweise als Vorläufer diente. Ausgrabungen förderten unter anderem einen irischen Bischofsstab aus dem 8. Jahrhundert, einen Buddha aus dem 6. Jahrhundert indischer Herkunft und einen ägyptischen Löffel zutage — ein faszinierendes Zeugnis der Fernhandelsnetzwerke der Völkerwanderungszeit. Die Funde werden im Historischen Museum Stockholm aufbewahrt; die Insel ist nicht öffentlich zugänglich, aber die Objekte im Museum sind ein Pflichtbesuch.

10. Valsgärde, bei Uppsala

Das Gräberfeld von Valsgärde bei Uppsala erbrachte eine außergewöhnliche Reihe von Bootsbestattungen der Vendel-Zeit (ca. 550–790 n. Chr.) und der Wikingerzeit. In zwölf Bootsgräbern wurden Krieger mit vollständiger Rüstung — Helm, Schild, Schwert, Speer — sowie Pferden, Hunden und reichen Speisevorräten bestattet. Die Helme von Valsgärde gehören zu den besterhaltenen Exemplaren der Epoche und weisen enge Parallelen zum Sutton Hoo-Helm in England auf. Die Funde werden im Museum Gustavianum der Universität Uppsala aufbewahrt; das Gräberfeld liegt auf einem Feldweg und ist frei zugänglich.

Schweden ist gut per Flugzeug erreichbar; Stockholm ist der natürliche Ausgangspunkt. Birka und Hovgården sind von Mai bis September per Fähre zugänglich; Gamla Uppsala und Tanum sind ganzjährig offen. Ein Mietwagen erschließt die entlegeneren Stätten in Bohuslän und Västmanland bequem. Karte öffnen, um alle archäologischen Stätten Schwedens zu entdecken.